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Nachdem wir Ihnen im ersten Data-Viz-Beitrag ein paar Tipps aus dem Grafik-Design vorgestellt haben, geht es heute um Usability und User Experience (UX). Bei Dashboards sind die ersten Sekunden entscheidend, oft kommt es auf den ersten Eindruck an. Wenn Ihr Dashboard klar, präzise und logisch gestaltet ist, haben Sie schon die Hälfte Ihrer Arbeit getan. Deswegen sollte das Layout Ihres Dashboards Priorität haben. Beachten Sie einfach diese 10 Prinzipien!

 

1. Beginnen Sie beim Ende

Denken Sie zuerst darüber nach, wie Ihr Analytics Dashboard genutzt werden soll. Betrachten Sie es mit den Augen der Person(en), die sich die Daten in diesem Dashboard anschauen. Daran sollten sich immer wieder erinnern, auch wenn es selbstverständlich erscheint.

Zitat über Ziele

PraxisTipp: Wenn Ihr Dashboard ausgedruckt werden soll, dann nutzen Sie Templates mit Druckbereichen. Damit vermeiden Sie, dass Ihre Diagramme nur halb zu sehen sind.

 

2. Verwechseln Sie nicht Monitoring mit interaktivem Management

Es ist wichtig zwischen diesen zwei Arten von Dashboards zu unterscheiden: Monitoring-Dashboards sind dafür da, Ihnen zu helfen Ihre Daten – vor allem Echtzeitdaten – im Blick zu behalten. Bei diesem Dashboard geht es nicht um direkte Aktionen. Dashboards für interaktives Management hingegen werden eher für Analysen genutzt und Nutzer können direkt mit den Dashboard interagieren (Klicken, Sharen, durch Tabs navigieren, etc.).

PraxisTipp: Monitoring-Screens, die über lange Zeiträume hinweg betrachtet werden, haben in der Regel eine dunklere Hintergrundfarbe um mehr Kontrast zu den Graphen zu bieten. Hellere (weiße) Hintergründe werden häufiger für interaktive Management-Dashboards genutzt, da man oft erklärende Texte zu den Diagrammen und grafischen Darstellungen hinzufügt. Diese kann man auf weiß besser lesen.

 

3. Erstellen Sie einen Prototyp, testen Sie ihn und testen Sie ihn nochmal …

humorvolle Karikatur über das Testing

Wer auf Anhieb das perfekte Dashboard zusammenstellen möchte, mutet sich zu viel zu. Gehen Sie lieber iterativ vor, um Ihr Dashboard kontinuierlich zu verbessern. Führen Sie eine Weile lange Tests durch, so lange bis Sie die gewünschten Ergebnisse erhalten.

Praxis-Tipp: Bringen Sie Ihre Nutzer von Anfang an dazu sich zu beteiligen und Ihnen mitzuteilen, was sie brauchen. Bitten Sie sie auch zu späteren Zeitpunkten immer wieder darum, denn Bedürfnisse können sich über den Nutzungszeitraum des Dashboards hinweg verändern.

 

4. Strukturieren Sie Ihre Analysen

Erstellen Sie verschiedene Registerkarten, in denen Sie 5 oder 6 Diagramme pro Mess-Element anzeigen – nicht mehr und nicht weniger. Die einzelnen Tabs sollten logisch aufeinander aufbauen, eine Geschichte erzählen.

Registerkarten in einem Dashboard

Beispiel: Wenn Sie die Performance Ihrer Online-Verkäufe analysieren, sollten Ihre Tabs wie folgt angeordnet sein: Übersicht / Lead-Generierung / Verkäufe / ROI

 

5. Priorisieren Sie Ihre Informationen

Platzieren Sie die wichtigsten Performance-Indikatoren (z.B. Trafficzahlen, Umsatz, Konversionen, andere individuelle Ziele) möglichst weit oben. So erhalten Sie einen schnellen Überblick und können zeitnah reagieren, wenn der Traffic dramatisch zurückgeht oder der Umsatz steigt…

KPIs in einem Dashboard

PraxisTipp: Eine Medien-Seite wird wahrscheinlich vor allem Traffic generieren wollen und dafür die Performance pro Endgerät anzeigen.

 

6. Keine Angst vor leerem Raum

Achten Sie darauf, dass genügend Platz um Ihre Informationsblöcke herum bleibt. Trennen Sie, was nicht zusammengehört. Ein schlankes Design kann die Lesbarkeit Ihres Dashboards nur verbessern.

Bildschirm, der das Verhältnis von Höhe x Breite zeigt

PraxisTipp: Es hat keinen Sinn, Ihren Bildschirm zu überfrachten. Lassen Sie alle überflüssigen Informationen weg. Stellen Sie sich die folgende Frage: Was sind die 3 oder 4 Performance-Indikatoren, die für die Entscheider, die dieses Analytics-Dashboard verwenden, wirklich am wichtigsten sind?

 

7. Ein Layout sollte logisch sein

Wenn Ihr Dashboard mehrere Tabs enthält, behalten Sie die gleiche Formatierung und den gleichen Layout-Stil auf jedem dieser Tabs bei (Titel, die Platzierung von Grafiken, verwendete Farben, etc.).

PraxisTipp: Wenn Ihre visuellen Elemente zentriert sind, dann zentriert Sie auch alle Ihre Überschriften und Ihren Text. Wenn Ihre Bilder linksbündig sind, dann halten Sie diese Ausrichtung auch sonst überall bei.

 

8. Beachten Sie das Verhältnis von Höhe x Breite

Der Bildschirm, auf dem Sie Ihre Analytics-Dashboards erstellen kann eine andere Größe haben kann als der, auf dem sie angezeigt werden. Auch deshalb empfiehlt es sich, wie oben erwähnt, die wichtigsten Informationen ganz an den Anfang zu setzen.

6_height_width_ratio

PraxisTipp: Wenn Sie Monitoring-Dashboards erstellen, achten Sie auf die Höhe – der Benutzer kann die Größe seines Bildschirms nicht anpassen und nicht scrollen.

 

9. Sprechen die gleiche Sprache wie Ihre Nutzer

Achten Sie darauf, dass Sie alle Texte an die Endnutzer des Dashboards anpassen. Nutzen Sie die jeweiligen Fachbegriffe, wenn Sie ein Dashboard für die Finanz-, Personal-, Marketingabteilung oder zur allgemeinen Verwendung erstellen.

PraxisTipp: Nicht alle Ihre Kollegen sind Digital Analytics-Experten. Vermeiden Sie Jargon oder Vokabular, das zu technisch ist. Es ist nicht sinnvoll die „Conversion-Rate (Post-Impression-Contribution)“ anzugeben, wenn der Empfänger das nicht versteht oder mit der Information nichts anfangen kann.

 

10. Nicht zu viele Analysezeiträume

Begrenzen die Anzahl verschiedener Zeiträume, die Sie auf einem Bildschirm anzeigen, da sich sonst zu viele Informationen anhäufen. Sie würden Ihre Dashboardnutzer unnötig verwirren und Fehlinterpretationen begünstigen.

Dashboard-Kalender

PraxisTipp: Zeigen Sie Echtzeit-Daten Ihrer KPIs in einem Tab Ihres Dashboards und nutzen Sie für die Daten pro Monat am besten eine andere Registerkarte.

 

Mit der AT Internet Analytics Suite können Sie Digital Analytics Dashboards erstellen, die diesen Best Practices folgen. Wollen Sie mehr wissen? Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

In Teil 3 dieser Serie sehen wir uns an, wie Sie die richtigen Grafiken für Ihre Analysen auswählen.

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Vielen Dank an Erwan Lumbroso, UX-Designer bei AT Internet, für seinen Beitrag zu diesem Artikel.

Author

Editorial Manager Bernard ist verantwortlich für die Contentstrategie der Marke AT Internet. Er hat fast 10 Jahre Erfahrung bei Marketingtexten und als technischer Redakteur für die Softwareindustrie. Als Textspezialist arbeitet Bernard mit vielen verschiedenen Medien, unter anderem Blogs, White Papers, Interviews, Business Cases, Pressetexte, Infografiken, Videos, etc. Seine Spezialgebiete? Natürlich Marketing und Digitale Analyse!

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