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Coding-Wettbewerbe, so genannte Hackathons, werden in Unternehmen immer beliebter: sie dienen nicht nur dazu Innovationen zu beschleunigen, sondern dem Thema Innovation im Unternehmen insgesamt mehr freien Raum zu geben. Bei öffentlichen Veranstaltungen sollen Hackathons das Crowd-Sourcing fördern. Dabei geben Unternehmen sich natürlich auch ein attraktives Image für Entwickler.

 

Unser erster Hackathon bei AT Internet sollte mit unserem alle zwei Jahre stattfindendem AT Summit zusammenfallen. Wir beschlossen, das Event „ShipIt Day“ zu nennen, passend zu der Aufgabe, Innovationen innerhalb von 24 Stunden zu liefern. In diesem Artikel stellen wir Ihnen eines der Projekte vor, die während des Events entstanden. Unser Team bestand aus sechs Kollegen, das Thema lautete: „Analytics-Tools für die Arbeit in Teams“.

 

Die Art wie wir zusammenarbeiten verändert sich

Mit der immer weiter verbreiteten Datennutzung und dem digitalen Wandel, ist der Digital Analyst im Unternehmen immer weniger isoliert, sondern wird zu einer Schnittstelle für die vielen Bedürfnisse der Abteilungen. Wir haben unseren Kunden vor kurzem einige Tools zur Verfügung gestellt, mit denen sie Daten innerhalb ihres Unternehmens besser teilen können: Die Reports und die Dashboards Apps. Die Demokratisierung von Daten ist unverzichtbar, wird aber noch zu wenig angegangen.

 

Die Nutzung unserer Lösungen und die Arbeitsmethoden in Unternehmen entwickeln sich sehr schnell. Sie werden immer kooperativer. Der massive Zustrom von Millennials in den Arbeitsmarkt – diese ultra-vernetzten Mitarbeiter, für die die digitale Welt selbstverständlich ist – bringt vollkommen andere Interaktionsmethoden in unser professionelles Umfeld. Das Ökosystem von Tools für die Zusammenarbeit entwickelt sich explosionsartig und Produkte, die noch vor 5 Jahren völlig unbekannt waren, sind in der Teamarbeit inzwischen zur Norm geworden. Zum Beispiel werden Echtzeit-Messaging-Tools wichtiger als E-Mails. Die Übernahme von Yammer durch Microsoft und vor kurzem die beinahe virale Verbreitung von Slack sind Beweise für das Interesse, das von diesen neuen Produkten ausgelöst wurde.

 

Fruchtbarer Boden für Service-Integration

So wie sich der Einsatz von Tools deutlich verändert, so verändert sich auch der Markt der Apps: wir nennen diese Entwicklung die „Globalisierung der Services“. Wir bewegen uns weg von einer Ära, in der einzelne Berufe durch Software-Silos eingeengt waren, hin zu einer Ära, in der unzählige Dienste über einen einfachen HTTP-Aufruf zur Verfügung stehen (wie Ihr Browser): die bekannten APIs (Application Programming Interfaces). Diese grundlegende Veränderung begann mit Amazons Manifest für voll zugängliche Systeme per API.

Heute bieten die meisten Tools und Dienstleistungen im Netz die Integrationen von anderen Anwendungen. Die Riesen der digitalen Welt machen es vor: Twitter, LinkedIn, Facebook und Google ermöglichen es allen, mit ihren Produkten zu kommunizieren, ohne dafür die Benutzeroberfläche verwenden zu müssen. Auch einige kleinere Tools versuchen als Verbindungsglied zwischen mehreren SaaS-Anwendungen zu wirken und bieten Nicht-Entwicklern eine einfache Integration – zum Beispiel Zapier und IFTTT.

 

Die neueste Generation dieses Ökosystems funktioniert wie ein „Chatbot“. Diese Dienste haben ein wenig Intelligenz eingebaut und können einfache Aktionen ausführen. So hat Facebook vor kurzem den Start seiner Chatbot-Plattform angekündigt, die in Messenger integriert wird. Die Möglichkeiten für diese Chatbots sind enorm; ihre eifrigsten Befürworter sehen in ihnen schon unsere neuen persönlichen Assistenten. So weit würden wir nicht unbedingt gehen, aber wir können uns gut vorstellen, dass diese Bots einen neuen Ansatz für die Interaktion von Mensch und Maschine bieten, der ebenso gut funktioniert wie ein normales grafisches Interface. Vielleicht ist das der Anfang vom Ende beim Webdesign mit seinen aufwendigen grafischen Komponenten.

 

Die ultra-kollaborative Analytics Suite

Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Ziel sollte es sein, unsere Analytics Suite fit zu machen für maximale digitale Zusammenarbeit und dabei so viele Tools und Web APIs vom Markt wie möglich zu verwenden.

Das sind wir:

 

ShipIt Day Team Hackathon AT Internet

 

Um schnell zu Ergebnissen zu kommen und zu verhindern, dass wir nach 24 Stunden nichts vorzuweisen haben, sind wir extrem iterativ vorgegangen:

  • Arbeitssitzungen von maximal 30 Minuten, während denen jedes Teammitglied an einer beliebigen Sache mit einem beliebigen Kollegen arbeiten konnte, solang es zum Thema passte.
  • Am Ende jeder Sitzung fand eine 5-minütige Besprechung mit dem gesamten Team statt. Jeder präsentierte, was er gemacht hat und welche Probleme oder Möglichkeiten es gab. Wenn eine Idee nach 2 Arbeitssitzungen keine Ergebnisse brachte, entschieden wir gemeinsam, ob wir weitermachen oder uns von ihr trennen sollten.

 

ShipIt Day Briefing Entwicklung

 

Nach diesem Prinzip probierten wir mehrere Ideen aus, von denen uns die folgenden am besten gefallen haben. Aus ihnen ließ sich ein überzeugender Prototyp machen:

  • Eine Integration unserer Analytics Suite mit Zapier, um einen Export aus unserer Dashboards App in Dropbox zu speichern. Wir haben das Benachrichtigungssystem in der Analytics Suite genutzt um einen Zap auszulösen. Dieser entnimmt den Link von Ihrem Export und speichert das Dokument in Ihrer Dropbox.
  • Eine Integration zwischen Slack und unserer Dashboards App, die es ermöglicht eine Diskussion von Slack in der Menüleiste des Dashboards anzuzeigen. Jedes Dashboard könnte somit seine eigene Diskussion in Ihrer Slack-Gruppe haben. Sie könnten sich dann entweder direkt im Slack-Interface austauschen oder von Ihrem Dashboard aus.
  • Die Entwicklung eines Chatbot, der es Ihnen erlaubt, einfache Befehle in der Analytics Suite auszuführen. Unser Chatbot kann zwei Operationen ausführen: In Slack können Sie unsere Bot bitten, ein Dashboard zu exportieren, indem Sie seinen Namen nennen. Daraufhin erhalten Sie als Antwort des Bot den Download-Link für dieses Dokument direkt in Ihrer Slack-Diskussion. Sie können unseren Bot auch darum bitten, Ihnen die Zahl der Visits des Vortages zu geben, indem Sie ihm den Namen der Webseite geben. Daraufhin gibt er Ihnen diese Metrik in Ihrer Diskussion aus.

 

Wie geht es weiter?

Die Möglichkeiten, die durch Integration dieser verschiedenen Tools entstehen, sind super spannend. Wir haben gesehen, wie schnell wir kollaborative Funktionen innerhalb unserer Lösung zur Verfügung stellen können. Dank der Verbindungen mit Slack zur Kommunikation in der Analytics Suite könnten wir vorhandene Produkte nutzen statt redundante Funktionen zu entwickeln. Wir können uns zum Beispiel eine Verbindung mit Yammer vorstellen, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert.

Ein Chatbot könnte eine echte Hilfe für Analytics-Team sein und – in gewissem Maß – das Interface ersetzen.

Die Integration verschiedener Web-Services über die Verknüpfung unseres Benachrichtigungssystems zu Tools wie Zapier scheint in einem begrenzten Zeitrahmen am realistischsten. Möglich ist jede Art von Integration mit einem Web-Tool auf Basis von Ereignissen, die in den Benachrichtigungen unseres Interfaces erscheinen.

Allerdings sollten wir einen Aspekt nicht vergessen – und dieser wird noch einiges an Aufwand abverlangen: die Sicherung dieser Funktionen und der Betrieb in großem Maßstab. Dazu wird es immer wichtig bleiben, die technologische Offenheit unserer Plattform auch weiterhin zu entwickeln um sie mit anderen Tools aus dem Web-Ökosystem leicht verknüpfen zu können.

Und Sie? Welche Tools nutzen Sie täglich in Ihrem Unternehmen? Wären Sie an einem der Projekte, die wir vorgestellt haben, interessiert?

Autor

Gilles ist Business Unit Manager in AT Internets R&D-Team. Seine Mitarbeiter kümmern sich um die SaaS-Umgebung der Analytics Suite, die Entwicklung der Reports, Dashboards Apps und Datenverbindungen. Gilles ist Software-Ingenieur und verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von digitalen Produkten und bei der Leitung von Entwickler-Teams.

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