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Blogartikel ursprünglich veröffentlicht am 9. April 2015

Webanalysten sind Kinder der digitalen Revolution und für viele ihrer Kollegen noch immer ein Mysterium. Was wir als Webanalysten der ersten Stunde zu hören bekommen, ist manchmal zum Aus-der-Haut-fahren!

 

1. Webanalyst? Was soll das sein?

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Es ist nicht immer leicht für einen Webanalysten seinen Platz im Unternehmen zu finden. Diese neuen, „datengetriebenen“ Vorgehensweisen sind vielen Mitarbeitern suspekt. Die meisten begnügen sich mit scheelen Blicken, aber Sie werden bestimmt auch immer wieder Fragen wie die folgenden zu hören bekommen:

Und das reicht für einen Vollzeitjob? Echt?

oder

Ah, verstehe, du tippst den ganzen Tag Zahlen in Tabellen, richtig?

 

2. Du bist also ein Zahlen-Nerd, der unbedingt im Marketing arbeiten will? Dafür brauche ich keine Zahlen … ich verlasse mich auf mein Gefühl.

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Mit so einer Bemerkung kann man einen Webanalysten echt beleidigen. Seine Aufgabe ist es nicht, jegliche Intuition mit Statistiken niederzubügeln – er will diese Intuition untermauern und in die richtige Richtung lenken. Intuition und Datenanalyse zusammen können ein mächtiges Team sein, um Fehler zu vermeiden und neue Entwicklungen anzustoßen.

 

3. Schön, aber man kann mit einer Statistik machen, was man will …

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Wenn man die Daten lang genug foltert, gestehen sie alles.“ – Ronald Coase.

Ja, das ist leider wahr. Und genau deshalb ist der Job eines Webanalysten so wichtig. Er steht für eine verlässliche, objektive Analyse der Daten. Um sie richtig zu interpretieren, braucht man Ehrlichkeit und Unparteilichkeit – keinen Sadismus!

 

4. Diese Kampagne einzubinden, war mir zu viel Arbeit. Wäre das wichtig gewesen?

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Nein. Nein, überhaupt nicht. Dann würfeln wir die Daten halt einfach aus. Oder noch besser: Wir lassen sie weg! Denn ohne Analysedaten haben wir keine Ergebnisse und ohne Ergebnisse hat hier bald überhaupt keiner mehr Arbeit …

 

5. Warum denn KPIs? Erst taggen wir die Site, dann können wir immer noch überlegen, was wir damit wollen.

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Genau, erst legen wir uns an den Strand und dann schauen wir im Kalender nach, ob die Sonne scheint oder ob es regnet. Die Sonnencreme schützt ja auch vor Feuchtigkeit. Irgendwie.

Anders herum wird ein Schuh daraus! Erst Ziele festlegen, dann passende Methoden aussuchen und dann kommt die Anwendung. Sollte eigentlich logisch sein!

 

6. Hast Du mal eben 2 Minuten um mir die Zahlen unserer letzten Kampagne zu geben?

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Aber klar! Nur: Welche der 10 Kampagnen, die gerade laufen? Und in 2 Minuten? Warum nicht gleich in 2 Sekunden?

Nur wenn der Webanalyst von Anfang an in ein Projekt mit eingebunden ist (und wenn jemand ins Büro stürmt und Ergebnisse will, muss es ein Projekt geben!), kann er entscheiden, was die nützlichsten KPIs sind und von Zeit zu Zeit Zwischenergebnisse liefern – notfalls auch in 2 Minuten.

 

7. I will alles messen. Absolut alles!

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Ja, solche Fantasien haben wir alle mal … Aber alles messen zu wollen ohne ein Ziel zu haben, ist nicht die Lösung. Sie brauchen klar definierte KPIs und zwar so früh wie möglich. Es geht nicht darum, so viele Daten wie möglich zu sammeln, sondern sich auf die Daten zu konzentrieren, die individuell wichtig sind und mit denen Sie mehr über die Umsetzung Ihrer Strategie erfahren und Ihre Entscheidungen verfeinern können. Zu viele Daten überfordern einen Entscheidungsträger. Deshalb muss ein Webanalyst die richtigen Filter anwenden.

 

8. Es gibt doch bestimmt einen Performance Indicator, der alles auf einen Punkt bringt, oder?

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Diese Frage taucht leider immer wieder auf. Sie zeigt das Dilemma, in dem Webanalysten stecken. Nein, tut uns leid, aber so einen Indikator gibt es nicht. Wir bekommen unsere Erkenntnisse indem wir Daten miteinander vergleichen und verrechnen, den Zusammenhang untersuchen und herausbekommen, wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängt. Dadurch zeigen uns die Daten, welche Trends es gibt und was einen Erfolg oder Misserfolg verursacht. Damit können wir eine effektive Strategie für unsere Entscheidungen erarbeiten.

 

Wir widmen diesen Text allen Webanalysten! Jetzt sind Sie dran – sagen Sie uns, was für Sie der nervigste Kommentar ist, den Sie regelmäßig zu hören bekommen und was Sie darauf antworten!

 

Author

Nach seinem Master im Bereich Digital-Strategie absolviert Maxime sein Praktikum bei AT Internet als Online Marketing Assistant. Begeistert vom digitalen Wandel, sieht er seine Aufgabe darin, Inhalte und Themen dieser technischen Welt anschaulich und interessant darzustellen.

1 Comment

  1. Einer meiner Favoriten ist der Wunsch nach „schönen“ Zahlen.
    „Für die letzte Kampagne benötige ich ein paar schöne Zahlen.“

    Ähnlich ist die Anforderung nach der Erfolgsmessung, die ein klares Ziel haben soll: „Ich brauche ein paar gute Zahlen, die zeigen das meine Kampagne ein Erfolg war.“

    An sich ignoriere ich die Adjektive und lass mir die Bedürfnisse näher schildern.
    Bei den „schönen Zahlen“ würde ich aber ganz gern einfach irgendwelche Zahlen antworten, mit der Frage, ob diese schön genug sind.