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Der Ausdruck „Internet der Dinge“ („Internet of Things“; kurz IoT) wurde bereits 1999 von Kevin Ashton geprägt. Doch haben diese „Dinge“ erst seit Kurzem einen Einfluss auf den Markt. Laut Gartner wird er im Jahr 2015 etwa 4,9 Milliarden Geräte umfassen, die innerhalb von 5 Jahren auf 25 Milliarden wachsen könnten. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Definitionen, Herausforderungen und Chancen, die Digital Analytics für das Internet der Dinge mit sich bringt. Außerdem schauen wir uns ein paar konkrete Anwendungsbeispiele an.

 

Was sind diese „Dinge“?

Die “Dinge” im IoT sind nicht einfach nur Geräte mit Internetzugang. Geräte mit einem Webinterface – am bekanntesten sind Smartphones und Tablets – nutzen das Internet wie ein normaler Computer. Deshalb zählen wir sie nicht zum Internet of Things. Echte Beispiele aus dem Internet der Dinge haben nicht primär die Aufgabe eine Internetverbindung herzustellen. Sie besitzen aber dennoch einen Internetzugang, weil sie dadurch einen Mehrwert bieten (Funktion, Information, Bedienung, …)

Warum wird das Internet der Dinge nicht schon längst genutzt?

Wie bereits erwähnt, gibt es das Konzept bereits ab 1999. In Frankreich zum Beispiel wurde das erste IoT-Gerät im Jahr 2003 angeboten. Die DAL-Lampe von Violet machte den Anfang, dicht gefolgt vom berühmten „Nabaztag rabbit“. Aber auch 16 Jahre später steckt die Branche nach wie vor in ihren Kinderschuhen. Erst jetzt beginnt sich das zu ändern. Dafür gibt es drei Erklärungen:

– Die Technologie, die für das IoT notwendig ist, gibt es schon seit einer Weile. Anfangs war sie aber noch sehr teuer. Ein einziger Chip, den man für die Internetverbindung gebraucht hat, konnte mehrere hundert Euro kosten. Inzwischen kostet die gleiche Technologie nur noch um die 10 Euro und wurde so weit verkleinert, dass sie universell einsetzbar ist.

– Anfangs gab es wenige technische Teams mit ausreichend Erfahrung. Deshalb war es schwierig geeignete Mitarbeiter für ein Projekt zu finden. Inzwischen beschäftigt sich laut „Evans Data Group“ jeder 5. Entwickler auf IoT.

– Die Kultur entwickelt sich – vor einigen Jahren galt das Internet der Dinge als reine Spielerei. Inzwischen denkt kaum noch jemand so. Ein Beispiel: 50 % der Franzosen kennt das Internet of Things und über ein Drittel nutzt es. Wichtige Marken wie Apple konzentrieren sich auf smarte Geräte wie die Apple Watch. Der Erfolg tragbarer Technologien von verschiedenen Marken spielt ebenfalls eine große Rolle.

 

Digital Analytics Internet der Dinge

Daten – die Geheimwaffe

Diese Entwicklungen schaffen viel Interesse am Internet der Dinge. Ständig hört man etwas über diese Technologien, doch funktioniert nach wie vor nicht alles so wie man es gern hätte. Ein Unternehmen, das auf diesem Markt erfolgreich sein will, muss ein attraktives Produkt anbieten, das einen engen Kundenkontakt zulässt, um genügend Informationen über seine Erwartungen zu sammeln.

Aber es gibt ein Problem: die Millionen von Geräten werden Datenmengen erzeugen, die weit über den heutigen Stand hinausgehen. Wer die Daten nutzen will, hat also alle Hände voll zu tun. Vor allem, wenn er sich hauptsächlich darum kümmern muss, seine Produkte zu verkaufen und weiterzuentwickeln.

Von dieser Perspektive aus wird Digital Analytics eine echte Hilfe für Unternehmen. Erfahrene Digital Analytics Anbieter arbeiten schon seit Jahren mit gewaltigen Datenmengen. Sie sammeln Informationen und holen daraus nutzbare Ergebnisse. Ihre Kernkompetenz liegt dabei nicht so sehr in der Speicherung der Daten, sondern in der Umwandlung und Bereitstellung der Daten, um anschließend mit ihnen arbeiten zu können.

Konkrete Anwendungsbeispiele

Der Versicherungsanbieter AXA bietet Neukunden seines Modulango-Programms ein Smart Bracelet, mit dem Informationen an AXA übertragen und erwünschtes Verhalten belohnt werden kann. So erhalten Kunden, die sich viel bewegen, auf Wunsch Vorsorgeleistungen mit Alternativmedizin.

Aber die Möglichkeiten gehen noch weiter – denken Sie zum Beispiel an einen KFZ-Versicherer, der den Kilometerstand überwacht. Damit wäre ein Gebührenmodell möglich, das auf der tatsächlichen Nutzung basiert. Und man könnte auch eine schonende Fahrweise belohnen.

Bracelet Internet der Dinge

 

Aber die Nutzer müssen nicht unablässig ein IoT-Gerät bei sich tragen – es gibt auch Methoden, bei denen die Technologie des Internet of Things abweichend genutzt wird, zum Beispiel bei iBeacon. Diese kleinen Objekte werden an bestimmten Orten angebracht, zum Beispiel in einem Laden. Betritt ein Kunde diesen Ort, kommunizieren sie unter den richtigen Voraussetzungen (eine entsprechende App muss installiert sein) mit seinem Smartphone. Dank dieser Technologie ist es möglich den Weg eines Besuchers in einem Geschäft nachzuverfolgen und so zu sehen, bei welchen Warengruppen oder Produkten er wie viel Zeit verbracht hat. Man kann auch in Echtzeit analysieren, was er gerade macht.

In dieser Disziplin kann Digital Analytics glänzen. Durch den Vergleich mit Daten im CRM, dem Analysetool oder der Kundendatenbank des Unternehmens ist es möglich Werbung direkt auf das Handy des Nutzers zu senden. Das ist z.B. sinnvoll, wenn er bei einer Warengruppe verweilt, weil er sich nicht entscheiden kann. Wenn ein Kunde den Laden verlässt ohne etwas gekauft zu haben, kann man ihn einige Tage später dazu ermutigen, die Website zu besuchen um dort etwas zu kaufen.

 

ibeacon-offers Internet der Dinge

 

Das Internet der Dinge steckt noch in seinen Kinderschuhen, aber die Technologie wird immer vielfältiger umgesetzt. Intelligente Fahrzeuge bieten immense Möglichkeiten – man kann ein Auto mit dem Internet verbinden, um auf diese Weise Unfälle zu verhindern, Zeitpläne festzulegen, den Verkehr zu lenken, Schaltzeiten von Ampeln zu regeln (Rettungsfahrzeuge können frühzeitig für Grün sorgen) und vieles mehr.

Die angereicherten Kundendaten bieten ein enormes Potential und helfen dabei, haargenaue Details zu erhalten, um Kunden perfekt zugeschnittene und personalisierte Inhalte zu bieten.

Haben Sie schon Ideen, wie Sie das Internet of Things nutzen werden?

Autor

Produktmanager. Nach 3 Jahren als Digital Analytics Consultant bei AT Internet kam Florian zum Produktmarketing. Seine Lieblingsthemen sind neue Technologien wie das Internet der Dinge, Web-Technologie und natürlich Digital Analytics. Dazu beschäftigt er sich autodidaktisch mit der Entwicklung von Webanwendungen, Computergrafik und Hardware.

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