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Denis Dupouy betreut als Webanalyst die Sites La Centrale, Promoneuve und Annonces du bateau. Sie sind Teil von Car&Boat Media, einem Spezialisten für Automobil- und Kleinanzeigen, zu dem auch die Marken Caradisiac, Forum-Auto und Forum-Bateau gehören. Denis arbeitet mit einem Analyseumfang von etwa 8 Millionen Unique Visitors pro Monat. Er war so freundlich unsere Fragen zu beantworten …

Welchen akademischen und professionellen Hintergrund hast Du?

Ich habe an einer technischen Universität mit einem Diplom in Informationstechnologie angefangen, habe aber nicht wirklich etwas daraus gemacht. Denn schnell habe ich gemerkt, dass ich nicht dafür gemacht bin, den ganzen Tag lang zu coden 🙂
Danach habe ich einen Studienabschluss in Marketing und Management gemacht. Nach ein wenig Berufserfahrung im Marketingbereich habe ich 2011 die Möglichkeit bekommen mich der Car&Boat Media Gruppe anzuschließen, während sie daran arbeiteten die Cardisiac-Site neu aufzulegen. Ich hatte nicht geplant ein Webanalyst zu werden und hatte auch keine Ahnung, was man da macht. Aber da es dabei darauf ankommt gesunden Menschenverstand zu haben und die richtigen Fragen zu stellen, um die vorhandenen Daten zu erklären, habe ich mich gegen meine Mitbewerber durchsetzen können und das Unternehmen hat mir sein Vertrauen geschenkt.

Woran arbeitest Du zurzeit?

Ich kümmere mich um folgende Sites: La Centrale, Annonces du bateau und Promoneuve. Mein Arbeitsbereich umfasst dabei die ganze digitale Bandbreite inklusive Websites, Mobile Sites und Apps. In Trafficzahlen ausgedrückt sind das etwa 8 Millionen Visitors pro Monat.

Erzähl uns bitte ein wenig über Deine täglichen Herausforderungen.

Heute muss man in einem Unternehmen, in dem die Notwendigkeit einer Datenkultur und des Tracking nicht auf der Hand liegt, ein paar Zugeständnisse machen. Die größte Herausforderung ist es ein erstes Ziel für meine internen Kunden zu bestimmen. Man muss dafür proaktiv vorgehen indem man sich Input von den Teams holt und die Umsetzung des Tagging-Plans überwacht.
Die zweite große Herausforderung ist es sich an die verschiedenen Nutzer der Analyselösung anzupassen. Manche Nutzer haben einen technischen Hintergrund, während andere eher weniger Ahnung von der Webanalyse haben. Es ist notwendig sich an das jeweilige Level anzupassen, die zu Grunde liegenden Konzepte zu erklären und Trainings zu entwickeln.

Wie würdest Du einen typischen Tag beschreiben?

Eigentlich gibt es keinen typischen Tag, auch wenn ich jeden Morgen einen Blick auf die Daten werfe um zu überprüfen, ob die Sites richtig funktionieren. Ich konzentriere mich auf einige Standard-Variablen wie Page Views, Unique Visitors, Zahl der angezeigten Werbeelemente und die Verkaufszahlen. Danach kommt es auf die momentanen Aufgaben an, die erledigt werden müssen. Ich würde sagen, dass die einzige Gemeinsamkeit die Verwendung des AT Internet Interface in allen Aufgaben zum Tagging, Testing oder der Datenextraktion liegt.

Was war bisher Dein größter Erfolg?

Mein größter persönlicher Erfolg ist, dass ich dem Unternehmen zeigen kann, wie nützlich die Webanalyse für alle Teams ist. In anderen Worten: dass ich in der Lage bin manchmal meine Begrenzungen zu überschreiten um einen echten Mehrwert zu erzeugen. Der Grund dafür, dass ich das sage ist, dass sich ein Webanalyst oft darauf beschränken muss Tags und regelmäßige Reports zu implementieren. Ich bin aber der Meinung, dass die Analyse ständig den Bedarf vorhersagen muss anstatt nur zu erfüllen, was gefordert wird.

Bist Du schon auf ungewöhnliche Daten gestoßen?

In der Lösung von AT Internet nutzen wir benutzerdefinierte Variablen für gewöhnliche Analysen und bewerten so den Erfolg verschiedener Automodelle in verschiedenen Gegenden. Durch diese Daten konnten wir sehen, dass ein Luxuswagen wie z.B. der Porsche 911 zu den Top 10 gehören, was den Traffic anbelangt, obwohl diese Autos nicht häufig gehandelt werden. Wir konnten so einen Blick auf den Unterschied zwischen den Träumen unserer Kunden und der Realität auf dem Markt werfen. Ein anderes Beispiel ist der Bugatti Veyron (eines der leistungsstärksten und teuersten Autos auf der Welt). Dieses Auto hat eine ganze Menge Views erzeugt, auch wenn es in Frankreich nur ein paar davon gibt. Wir haben außerdem einen großen Unterschied zwischen den Marken und Modellen festgestellt, die auf der Site beworben werden (mit anderen Worten das Angebot auf dem Markt) und den Suchergebnissen der Internetnutzer (der Nachfrage).

Lass uns einen Blick in die Zukunft werfen. Wenn wir das Jahr 2024 schreiben würden, wie würde dann die digitale Analyse aussehen?

In 10 Jahren … Ich träume von Automation. Zum Beispiel kann ich mir künstliche Intelligenz vorstellen, die in der Lage ist eine Site je nach vorhandenen Inhalten automatisch zu taggen ohne dass dafür die vorhandenen Informationen manuell gewertet und kategorisiert werden müssen. Außerdem stelle ich mir eine Auto Suggest Funktion für Metriken und Variablen vor, die zu den Dashboards hinzugefügt wird.

Was motiviert und begeistert Dich bei Deinem Job am meisten?

Etwas zu verstehen … Ich bin ein sehr logisch denkender Mensch und ungeheuer neugierig. Wenn etwas passiert, muss ich verstehen, was da vor sich geht. Ich habe ständig mit Zahlen zu tun und muss wissen, was dahinter passiert. Dabei mag ich Zahlen noch nicht mal! Das Interessante an ihnen ist die Zahlen zu analysieren und herauszubekommen, was sie eigentlich bedeuten. Ich glaube dieser Drang etwas zu verstehen macht den Mehrwert an diesem Job aus.

Was denkst Du kann die Weiterentwicklung dieses Jobs verhindern?

In der Theorie ist die digitale Analyse ein Bereich, der als unverzichtbar dargestellt wird und der im Kern aller Unternehmungen steht. Aber in der Realität hat es nicht immer oberste Priorität dem Tracking Ressourcen zuzuweisen. Die Überzeugungsarbeit im Unternehmen muss damit beginnen sich den Wert klar zu machen, den das Tracking für alle Ebenen hat. Zum Glück kann ich da in den letzten Jahren einen Trend in die richtige Richtung erkennen.

Gibt es Klischees, die Dich aufregen?

Ja, einige! Vor allem die Vorstellung, dass man es mit einem Geek oder Nerd zu tun hat, der besessen ist von Daten und nichts anderes mehr wahrnehmen kann. Ganz im Gegenteil bin ich der Überzeugung, dass es nur Vorteile bringen kann, wenn man in unserer Branche eine kreative Persönlichkeit ist.
Das andere Klischee, das gern unter Neulingen die Runde macht, ist die Frage, ob ich mit meinen Aufgaben wirklich 35 Stunden in der Woche beschäftig sein kann. Aber natürlich! Wir arbeiten sogar mehr als 35 Stunden in der Woche, aber die Leser unseres Blogs wissen das bereits.

Welchen Rat würdest Du im Rückblick jemandem geben, der heute als Webanalyst anfängt?

Ich würde ihm sagen, dass man nicht unbedingt Zahlen mögen muss, um erfolgreich zu sein. Aber man muss wissen, wie man damit umgeht und wie man sie verwendet, um zu erklären was vor sich geht.

Danke Denis für Deine Einblicke. Deine geradlinige und pragmatische Herangehensweise ist definitiv von Vorteil und ruft uns die Grundlagen dieses Berufs in Erinnerung.

Author

Editorial Manager Bernard ist verantwortlich für die Contentstrategie der Marke AT Internet. Er hat fast 10 Jahre Erfahrung bei Marketingtexten und als technischer Redakteur für die Softwareindustrie. Als Textspezialist arbeitet Bernard mit vielen verschiedenen Medien, unter anderem Blogs, White Papers, Interviews, Business Cases, Pressetexte, Infografiken, Videos, etc. Seine Spezialgebiete? Natürlich Marketing und Digitale Analyse!

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