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Lunapark ist ein 1998 von Markus und Christian Vollmert gegründetes Unternehmen, das Websites optimiert. Es hilft Firmen die Nutzung der Onlinekanäle zu verbessern und legt dabei den Fokus auf SEO, SEM und Webanalyse sowie Training.

Wie bist Du ein Webanalyst geworden?

Ich habe einen Abschluss in Informatik. Als wir unser Unternehmen 1998 gegründet haben, bestand unsere Hauptaufgabe aus der Suchmaschinenoptimierung. Damals haben wir mit Google, Alta vista, Yahoo!, Excite, usw. gearbeitet. Am wichtigsten war es herauszufinden, welche Wirkung die Verbesserungen hatten: Wie viel zusätzlichen Traffic haben wir generiert? Dafür haben wir eine Logfile-Analyse verwendet, was damals technisch noch um einiges schwieriger war als heute. Meine Seminare für Serververwaltung in Unix waren dafür sehr hilfreich, weil ich dadurch die Tools konfigurieren und die Daten zur Verfügung stellen konnte.

Vor 4 Jahren habe ich eine gewaltige kulturelle Umwälzung miterlebt, als das Internet das Leitmedium wurde und damit andere Kanäle wie Zeitung oder TV-Kampagnen verdrängte. Die Reportingaufgaben nahmen nach und nach immer mehr Raum ein, wobei die Tools immer ausgefeilter wurden. Sie waren immer leichter zu bedienen, boten dabei aber auch mehr Möglichkeiten und Erkenntnisse für die Kunden.

Wer sind eure Kunden?

Eine breite Auswahl von Firmen. Unter anderem Firmenwebsites, mit 50-60 verschiedenen Business Units, auf Tourismus spezialisierte Sites, usw. Wenn es um SEO geht, finden sich unter unseren Kunden große Unternehmen mit Sites, die über 10-20 Millionen Pageviews pro Monat haben, aber auch Sites von mittelständischen Betrieben. Unsere Webanalyse-Services nutzen vor allem Großunternehmen, die Hilfe beim Reporting, der Implementierung oder beidem brauchen. Dabei haben wir mehr Reporting-Projekte als Implementierungen, da die meisten Anbieter mit Ausnahme von Google Analytics Implementierungspakete anbieten. Unsere Ansprechpartner sind meist Marketing- oder Website-Manager. In größeren Firmen stellt der Websitemanager die Verbindung zum Marketing, der Kommunikation und den IT-Services her. Wir helfen dieser Person manchmal die Marketinganforderungen in technischer Sprache für die Implementierung durch ihre externe Agentur oder das Programmierteam umzusetzen.

Welche Herausforderungen oder Anforderungen haben sie dabei?

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Es geht ausschließlich darum das Ranking durch SEO zu verbessern! Noch präziser geht es um Webanalyse. Manche Kunden wollen einen umfassenden Report mit Empfehlungen unsererseits plus neue Anforderungen, was implementiert werden soll. Manche Aufträge drehen sich mehr um die Verwendung der Tools. Es hängt von den Kunden ab. Manche Projekte erfordern anfangs nur ein Audit, aber sobald wir mit unserer Präsentation fertig sind, tauchen neue Fragen beim Kunden auf und wir werden gebeten Ratschläge zu geben, wie die Site optimiert werden kann. Wir können Kunden auch dabei helfen herauszufinden, welche Variable(n) sie tracken sollen, um ein bestimmtes Ziel im Auge zu behalten. Eines haben alle Projekte gemeinsam: Wir liefern sehr viele Erklärung. Damit stellen wir sicher, dass unsere Kunden ihre Daten verstehen und an Erfahrung gewinnen.

Wie ist die Webanalyse bei euch organisiert?

Wir haben eine Hotline, in der generelle Webanalyse-Fragen beantwortet werden. Danach kümmert sich bei Lunapark ein dedizierter Projektmanager um einzelne Projekte. Sie befassen sich entweder mit SEO oder Webanalyseprojekten. Für umfangreichere oder speziellere Projekte können wir bei Bedarf eine Taskforce mit den entsprechenden Skills zusammenstellen, die sich um das Projekt kümmert.

Was sind eure ständigen Herausforderungen?

Zu demonstrieren, was die WA bewirken kann und wie ein Tool den Kunden bei der täglichen Arbeit hilft. Viele unserer Kunden benutzen schon bevor sie zu uns kommen ein statistisches Analysetool, das aber mangelhaft implementiert wurde. Oft ist die Implementierung veraltet oder das Tool beinhaltet nur die grundlegenden Funktionen. Viele unsere Kunden nutzen nicht mehr als ein Sechstel der Funktionen ihres Tools! Es dauert, bis man erklärt hat, was es bringt ein neues Tool zu implementieren, das auf den ersten Blick ziemlich teuer aussieht. Unsere Kunden sehen zunächst nicht, dass die Extrakosten, die durch die Implementierung entstehen, einige neue Erkenntnisse durch ihre Daten bringen. Damit könnte man eine sehr lukrative Optimierung durchführen.

Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die Webanalyse als einer der ersten Punkte auf der To-do-Liste stehen muss, wenn es darum geht etwas Neues zu implementieren. Webanalyse ist komplex, weil sie nicht losgelöst als Add-On zum Projekt verwaltet werden kann, sondern so viele verschiedene Bereiche umfasst!

Sie muss als integraler Bestandteil schon von den ersten Überlegungen an Teil des Projekts sein, aber das ist meist noch nicht der Fall.

Wie sieht die Zukunft der Webanalyse Deiner Meinung nach aus?

Ich bin der Meinung, dass SEO und Webanalyse zwei Bereiche sind, die von Anfang an in Projekte integriert werden sollten und sehe sie Sache optimistisch. Dadurch wird nachträgliches Implementieren vermieden und die Anwendungsmöglichkeiten des verwendeten Tools gesteigert. Eine große Herausforderung wird in Zukunft bestimmt die Verwendung mehrerer Geräte sein: Mein PC am Arbeitsplatz, iPhone, Tablet, usw. Wie bringt man History, Bookmarks und das generelle Nutzerverhalten für ein Webanalyse-Tool miteinander in Einklang? Diese Frage bietet noch einige interessante Perspektiven für die Implementierung und die Integration von Daten.

Was war Dein größter Erfolg als Webanalyst?

Am befriedigendsten ist es von einem Kunden zu hören, dass sich der Aufwand gelohnt hat, nachdem man sich durch die Daten gewühlt, einen Workshop vorbereitet, Vorschläge ausgearbeitet und sie in einer Präsentation vorgestellt hat.

Welchen Hürden musstest Du Dich in Deiner Karriere als Webanalyst stellen?

Oft wird die vorhandene Webanalyse vom Kunden nicht genutzt, um neue Erkenntnisse daraus zu ziehen. Man verwendet sie nur zum “Number Crunching”: Es werden damit keine Kampagnen und Websites optimiert. Man verlässt sich stattdessen auf den Rat von Consultants, Markttrends, Artikel oder einfach nur auf die Intuition! Manchmal reicht Erfahrung, aber manchmal wäre es viel leichter gewesen, wenn man einfach die Daten verwendet hätte!

Im Rückblick: Welchen Rat würdest Du jemandem geben, der jetzt als Webanalyst anfängt?

Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man sehr viel erklären muss: Sowohl schriftlich als auch mündlich. Man muss Freude daran haben Sachen zu verdeutlichen. Wenn man nur gerne mit den Daten hantiert, dann sollte man besser die Finger von diesem Job lassen! Außerdem sollte man ein guter Übersetzer sein, der Ideen und Anforderungen in technische Grundlagen und relevante Reports umsetzen kann, um so alle Fragen zu beantworten.

Die Aufgabe eines Webanalysten ist sehr wichtig. Die Datenkultur hat sich weiterentwickelt, aber es gibt noch nicht so viele Leute, die die Daten, die man aus den Websites ziehen kann tatsächlich verstehen. Darüber hinaus wird es mit den Herausforderungen von Multidevice-Anwendungen eine Illusion bleiben, dass es einmal ein großes Tool geben wird, das universell einsetzbar ist. Es wird immer neue Technologien und Services geben und um von den Daten zu profitieren, braucht man immer Leute mit dem entsprechenden Know-How.

Mehr: http://www.econtrolling.de/

 

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Author

Corporate Marketing Manager Mit einem Master in Multimedia von der University of Gloucestershire hat Xabina mehr als 10 Jahre Erfahrung mit Marketing und Projektmanagement im Bereich der neuen Technologien. 2008 stieg sie als Produkt Marketing Manager bei AT Internet ein. Seitdem treibt sie die Entwicklung und Verbreitung der Marke AT Internet und der damit verbundenen Produkte unermüdlich voran. Gegenwärtig ist Xabina als Corporate Marketing Manager in 5 Ländern für die Kommunikationsstrategie von AT Internet über verschiedene Kanäle hinweg verantwortlich.

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